Nachwuchs – Reformationstage Teil 5 – Großfeldbereich

10. August 2017

Nachdem wir zuletzt mit Rick Martin über den Kleinfeldbereich in Biesdorf gesprochen haben, wird uns heute Norman Ehmig zur Verfügung stehen. Er wird sich neben der Position als stellvertretender Nachwuchsleiter intensiver um den Großfeldbereich kümmern.

Herr Ehmig, Unsere Beitragsreihe hat ja eingangs verdeutlicht, dass im Biesdorfer Nachwuchsbereich in den letzten Jahren einiges passiert ist. Ihr Name ist unter anderem auf der Liste der Personen, die diese Entwicklung fast von Beginn an begleitet haben.

Warum hat sich Ihr Nachwuchsbereich in den letzten Jahren so gut entwickelt?

Das hat aus meiner Sicht mehrere Faktoren. Fortuna Biesdorf hat einen Namen und eine Tradition. Zu meiner Jugendzeit und die ist noch nicht allzu lange her, war Biesdorf immer in den oberen Ligen vertreten. Der wohl letzte größere Erfolg vor dem Umbruch war der damalige Aufstieg der A-Jugend in die Verbandsliga. Zu der Zeit war ich selbst noch A-Jugendlicher und hatte auch kurz mit dem Gedanken gespielt nach Biesdorf zu kommen. Im Jahr danach stieg man direkt wieder in die Landesliga ab und konnte aufgrund fehlender Spieler im Landesliga-Jahr keine Mannschaft stellen.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Biesdorf in einem Loch. Die fehlende Manpower und Abgänge von Handlungsträgern machten sich doch zu stark bemerkbar. Mit Andreas Witte und Alexandra Kretzschmar kamen zwei „Mitarbeiter“ nach Biesdorf, die nicht nur die nötige Erfahrung, sondern auch den Willen hatten etwas aufzubauen.

Durch Christian Steinfels, der mich damals als Jugendleiter nach Biesdorf holte, waren wir drei handelnde Personen, die das Grundgerüst gelegt haben um in Biesdorf neu anzufangen. Später konnten wir weitere Mitstreiter akquirieren und für den heutigen Erfolg den Grundstein legen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass neuer Wohnraum in Biesdorf entstanden ist. Viele junge Familien zogen in die unmittelbare Umgebung und suchten für Ihre Kinder den nötigen sportlichen Ausgleich. Noch heute profitieren wir davon, dass immer mehr Wohnraum entsteht und wir so eine breite Grundlage an Spielerzahlen aufstellen können.

Uns war es wichtig, dass wir gesund wachsen und unseren Fokus der Anfangsphase ganz klar auf den Kleinfeldbereich zu legen. Auf Grund der Anfänge, tragen wir mittlerweile auch im Großfeldbereich die absehbaren Erfolge. Der Jahrgang 2000/2001, welche so ziemlich die erste „Nutznießer“ des Aufschwungs waren, ist dieses Jahr in die B-Jugend Landesliga aufgestiegen.

Ist die Landesliga auch das erklärte Ziel im Großfeldbereich?

Jain, Ziele haben wir einige…Es ist schon unser Wunsch, dass wir uns mit den besten Berlins messen. Die Landesliga ist die Zweithöchste Spielklasse in Berlin. Das ist natürlich auch eine gute Grundlage um die Nachwuchsspieler gut auszubilden und die entsprechende Wettkampfpraxis bieten zu können.

Alleine an den „Ergebnissen und Tabellen“ wollen wir uns nicht messen lassen. Wir sind der Meinung, dass eine gute Ausbildung im Vordergrund stehen soll. Die Ergebnisse sollten sich dann von alleine einstellen. Man darf auch immer nicht vergessen, dass wir trotz unserer Ambitionen noch zum „Breitensport“ gehören. Wir erwarten zwar schon von unseren Spielern, dass Sie dem Fußball mehr Fokus schenken, als es bei anderen Vereinen im Bezirk der Fall ist, aber Fußball ist und bleibt in unserem Bereich die schönste Nebensache der Welt.

Sie haben als Jugendleiter in Biesdorf angefangen und sind dann auf die Stellvertreterposition gerutscht. Warum werden die neuen Positionen der sportlichen Leiter Kleinfeld/Großfeld geschaffen und hätten Sie nicht die bereits vorhandenen Strukturen belassen können?

Dafür gibt es eine relativ einfache Erklärung.

Die Wäre?

Naja, Sie müssen sich vorstellen, als wir hier damals begonnen haben ging es vorrangig darum den Wagen ins Rollen zu bringen. Wir konnten teilweise Mannschaften mangels Spieler nicht stellen und haben viel geschoben um in der Nachwuchspyramide so wenig wie möglich Lücken zu lassen.

Mittlerweile können wir jede Altersklasse bis auf die A-Jugend mindestens doppelt besetzen. Dem Wandel der Zeit müssen wir auch in unseren Strukturebenen Sorge tragen. Bei internen Auswertungen haben wir festgestellt, dass wir den roten Faden in der Ausbildung mehr fördern müssen und die Position der sportlichen Leitung hat genau diese Aufgabe zu bewältigen.

Das müssen Sie uns näher erklären.

Ich möchte das mal anhand unserer U19 veranschaulichen. Zum Ende der letzten Saison habe ich als Trainer der U19 mit dem Vorstand und dem Trainerteam der 1. und 2.Männer zusammen gesessen. In dieser Runde ging es darum, dass wir den Nachwuchsspielern den Übergang in den Herrenbereich erleichtern müssen. Das wollen wir zum einen über ein langfristig gemeinsam ausgelegtes Fördertraining erreichen. Zum anderen verständigen wir uns auf einen nahezu gleichen sportlichen Inhalt von Spielsystemen bis hin zu Standardsituationen. Der Spieler hat es also beim Wechsel in eine andere Mannschaft deutlich einfacher.

Wenn wir das jetzt runterbrechen auf unseren Großfeldbereich, ist meine Aufgabe zu überwachen, dass sich die Ausbildung der Nachwuchsspieler wie ein Puzzle Stück für Stück zusammenfügt. Wir wollen versuchen eine möglichst einheitliche Sprache zu nutzen um unsere Nachwuchsspieler „einheitlich“ auszubilden.

Meine Aufgabe wird es sein den Ausbildungsleitfaden zu überwachen und ggf. zu korrigieren oder gegen zu steuern, falls etwas nicht passen sollte. Dafür werde ich viele Gespräche mit den Trainern in meinem Bereich führen und das Ganze entsprechend koordinieren. Eine spannende Aufgabe wie ich finde. Auch wir müssen schauen, dass wir mit der Umstrukturierung die richtigen „Knöpfe drücken“ um unsere Nachwuchsarbeit weiter voran zu bringen.

Herr Ehmig, auch an Sie die Frage, wo sehen Sie Biesdorf in 5 Jahren?

Das ist schwer zu sagen. Wir haben in den letzten sieben Jahren eine so tolle Entwicklung gemacht und befinden uns auf einem Niveau, wo es nicht einfach sein wird große Sprünge weiter „nach oben“ zu machen. Wir brauchen auf alle Fälle noch mehr ehrenamtliche Unterstützer, die unsere Entwicklung aktiv mitgestalten sollen.

Ich würde mir wünschen, dass wir eine solide Grundlage in den Landesligen haben und ab und an mal etwas Verbandsliga-Luft schnuppern können. Auf alle Fälle müssen wir es schaffen  „die Nr. 1 im Bezirk“ zu werden. Derzeit befinden wir uns mit Eintracht Mahlsdorf noch auf Augenhöhe, aber wir wollen uns schon noch etwas absetzen um der erste Ansprechpartner zu sein, wenn es um „leistungsorientierten Fußball“ geht.

Wir sind gespannt und drücken natürlich ganz fest die Daumen. Ihnen und Ihren Mannschaften viel Erfolg für die kommende Saison.

Im nächsten Teil unserer Beitragsreihe werden wir noch etwas genauer auf die Zusammenarbeit zwischen dem Nachwuchs- und Herrenbereich eingehen. Unser Blick fällt dabei insbesondere auf die Zusammenarbeit zwischen der 1. und 2. Männermannschaft mit der A-Jugend.

Anregungen, Kritik oder Fragen bitte an:

Mail: jugendabteilung@vfb-fortuna-biesdorf.de